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FLO RUDIG

Heute wäre Semifinale VII – ich spreche lieber über Flo Rudig.

Wir kannten einander vom Grüßen in der Salzburger Halle, irgendwann war er dann einer der Moderatoren des Sport & Talk aus dem Hangar 7. Und ur plötzlich – zumindest für mich als von den Salzburger Entscheidungen weit entfernten Wiener – war er auch als Moderator in der Servus Hockey Night aktiv. Florian Rudig, die Stimme sämtlicher Beachvolley-Events in Östereich und auch international.

Ich weiß gar nicht, wie oft wir gemeinsame Sendungen machten. Ich weiß aber, dass es nicht allzu oft war. Ist auch egal. Denn was ich weiß, ist, dass dieser Typ so hammerstark und selbstbewusst vor der Kamera auftritt, dass es einfach nur von der ersten bis zur letzen Sekunde ein Vergnügen war, mit ihm zu arbeiten. Da sind wir wieder bei der „gemeinsamen Wellenlänge“. Wohl in unserem Bereich (oder in den meisten dieser Blogs) ein ähnliches Unwort wie das viel zitierte und viel kritisierte „Momentum“. Jedoch bei Flo und mir passte es einfach.

Finale 2017 in Klagenfurt

Ich erinnere mich an eine Playoff-Übertragung aus Bozen. Flo (und Martin Pfanner) holten mich mit dem Auto von Innsbruck ab, um gemeinsam nach Südtirol weiter zu reisen. Flo ist der Typ, der Dir dann schon am Flughafen mit einem SHN-Schild entgegenkommt und Dich mit ausgebreiteten Armen (also vor Corona) in Empfang nimmt. Er zeigt Dir, dass er Dich mag und das schafft natürlich eine Vertrauensbasis. Wir drei blödelten im Auto, wir führten Gespräche über die Zukunft der SHN, die politische Zukunft Österreichs, die Zukunft der Menschheit allgemein. Man kann ja da schnell mal abdriften.

Die Show in Bozen war perfekt. Denn Blödeln ist die eine Sache. Das kann ich selbst wohl ganz gut. Was ich aber nicht kann, ist dabei die Kontrolle über eine komplette Servus Hockey Night Sendung zu behalten. Flo ist dieser Typ von Moderator. Der eine Fernseh-Übertragung wie ein lockeres Gespräch wirken lässt. Als Experte musst Du Dich mit ihm um nichts kümmern, als darum, Antworten zu geben. Ohne Rücksicht auf das Rundherum, auf das Einhalten der Zeitvorgaben pro Interview oder pro Analyse. Denn jede Sekunde kostet viel Geld, wenn Werbung nicht rechtzeitig eingespielt werden kann. Doch Flo leitet Dich durch das Programm, scherzt rum und ohne dass man darüber großartig nachdenkt, ist die Sendung schon wieder vorbei.

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Mit Tom Pokel (mitte) 2018 in Bozen

Warum ich das hier so betone? Weil Flo mittlerweile seinen eigenen Podcast hat, zum Zuhören, aber auch zum Reinschauen. Ich empfehle dabei unbedingt das Reinschauen ins Hinterzimmer. Gemeinsam mit seiner Partnerin Kathi Kallauch (einer der Sängerinnen bei Sport & Talk) lädt er im Wochenrhythmus interessante Gäste aus den verschiedensten Branchen ein und lässt es einfach nur aussehen wie ein gemütliches Gespräch. Dabei bringt er seine Gäste so weit, Dinge zu erzählen, die sie vielleicht ursprünglich gar nicht preisgeben wollten.

Mein verspäteter Einstieg begann mit Clemens Doppler. Österreichs Weltklasse-Beachvolleyballer, und seine Aussage, er sei zu seinen früheren Partnern ein „richtiges Oarschloch“ gewesen, öffnete mir die Tür zum Hinterzimmer. Seitdem habe ich alle Podcasts nachgehört. Kleiner Auszug der Gästeliste: Andi Knoll, DJ Ötzi, Elisabeth Görgl, Josh, Lukas Müller, Peter Filzmaier, Mirna Jukic, Marcus Wadsak, und und und.

Wie lange so ein Podcast dauert? Bis Flo und/oder der Gast keine Lust mehr haben. Unter einer Stunde geht so gut wie niemand mehr aus dem Hinterzimmer. Und wenn es einmal zwei Stunden werden – dann passt das auch.

Wir sind in diesen Tagen häufig in Kontakt. Plaudern ausführlich über die Vergangenheit der SHN, die Zukunft seines Podcasts und die Weltlage (inklusive Corona) im allgemeinen. Also eh alles wie immer!

Das Hinterzimmer